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Lorch

 

Der schon seit karolingischer Zeit für Weinbau bekannte Ort liegt günstig an der Einmündung des Wispertales in den Rhein.

Von den Römern »Laureacum« genannt, ist Lorch eines der ältesten Rheinstädtchen. Erstmals 1085 erwähnt in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofes über die Schenkung einiger Güter an das Domkapitel, so auch »in villa autem, que dicitur Loricha, domus bona cum omni suppellectili sua, vinee bone, quarum quantitas et denominatio hec est« (Hof mit Weinstücken in Lorch), verweisen Bodenfunde auf frühere Siedlungen der Kelten und Römer. Entlang des Kaufmannsweges stieß man in den 1970er Jahren auf Gräber aus keltischer Zeit. Der Kaufmannsweg, Teil des uralten Rheingauer Höhenweges, begann in Lorch und führte nach Rüdesheim und Geisenheim. In römischer Zeit war Lorch wohl nur ein kleiner militärischer Stützpunkt, nach Aufgabe des Limes aber wurde an der Wisper Mündung ein Burgus errichtet. Der heutige Kirchturm steht auf dessen Fundamenten. Die Franken errichteten einen Salhof am heutigen Marktplatz (Reste sind hinter dem Haus Nummer 1 zu sehen), eine Lorcher Burg ist seit Anfang des 12. Jahrhunderts nachgewiesen.

Seit einer Schenkung Ottos II. im Jahre 983 gehörte Lorch dem Erzbischof von Mainz, wurde somit zur nordwestlichsten Stadt des Mainzer Gebietes und zum wichtigen Bollwerk, daher sicherte man die Stadt im 13. Jahrhundert mit Mauern und Türmen.

Lorch war durchaus wohlhabend. Die Lage am Ende des Wispertales bot Raum im engen Rheintal, noch dazu war hier der Ausweichpunkt für die Schiffe vor den gefährlichen Stromschnellen des Binger Loches. In Lorch wurden die Ladungen entweder über Land weiter transportiert oder mittels Kränen auf mehrere, kleinere Schiffe verteilt. So entwickelte sich ein blühender Handel, vor allem natürlich mit Wein, und auch Tuchweber siedelten sich an, mit ihnen Färber. Es wurde Färberwaid angebaut, dessen Produkt, die blaue Farbe, bis nach Holland und England exportiert wurde. Auch zahlreiche Adelsgeschlechter waren ansässig.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Lorch 1631 stark zerstört, 1794 versuchten die französischen Truppen eine Besetzung, wurden jedoch erfolgreich abgewehrt. Lorch versank in Bedeutungslosigkeit, bis die technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts auch hier für Aufschwung sorgten. So die Wispertalstraße (1856–1870) und die Eisenbahn Linie Wiesbaden – Niederlahnstein (1862). 1885 erhielt Lorch das Stadtrecht. 1923/24 wurde die heutige B 42 angelegt, 1965 wurde Lorch Garnisonsstadt. 1971 folgte der Zusammenschluss von Lorch und Lorchhausen, durch die hessische Gebietsreform kamen 1977 Espenschied, Ransel und Wollmerschied dazu.
 Eine kuriose, fast vergessene Epoche begann nach dem Ende des 1. Weltkrieges. Von den Siegermächten wurden um Köln, Koblenz und Mainz halbkreisförmige Brückenköpfe mit einem Radius von 30 km eingerichtet. Die Brückenköpfe von Mainz (französisch) und Koblenz (amerikanisch) ließen zwischen sich ein unbesetztes Gebiet in Form eines Flaschenhalses: der »Freistaat Flaschenhals«, abgeschnitten vom übrigen Deutschland, verwaltet durch den Lorcher Bürgermeister. Dieser führte sogar ein eigenes »Freistaatgeld« ein. Der Freistaat hatte 8.000 Einwohner, der gesamte Waren- und Postverkehr war nur über Schmuggelpfade möglich. Kein Zug durfte hier halten. Am 25. Februar 1923 erst wurde der Freistaat von französischen Truppen besetzt.

Sehenswert ist die schöne, doppelbögige Brücke über die Wisper von 1567 aus rotem und hellen Sandstein. Die gotische Pfarrkirche St. Martin stammt aus dem 13. Jahrhundert, erbaut über den teilweise erhaltenen Resten einer spätromanischen Basilika, die für die wachsende Einwohnerschaft zu klein geworden war. 1270 wurde daher zunächst ein frühgotischer Chor errichtet, und zwar durch eine Kölner Bauhütte. Mit dem Hauptschiff wurde 1304 begonnen, 1398 das Nordschiff. Nach Anbau der inneren Vorhalle mit der Taufkapelle wurde Ende des 15. Jahrhunderts die äußere Vorhalle errichtet und der ehemalige Wehrturm als Glockenturm einbezogen. 
Wie schon erwähnt, Lorch war wohlhabend, und das zeigte man auch bei der Ausstattung. Leider verblieb der Kirche nur ein Bruchteil der wertvollen Kunstwerke, der Rest wurde Anfang des 19. Jahrhunderts verkauft. Dennoch, es blieb der 1483 errichtete, herrliche Schnitzaltar, der bedeutendste des mittelrheinischen Gebietes, von 13 großen Freifiguren geschmückt, das romanische Triumphkreuz und das Chorgestühl aus dem 13. Jahrhundert, der Taufstein aus dem Jahr 1464, sowie interessante Grabdenkmäler. Als »schönster Renaissance-Bau am Mittelrhein« gilt das Hilchenhaus am Rheinufer, das der kaiserliche Feldmarschall Johann Hilchen 1546–1548 errichten ließ, und das nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges wieder erstanden ist. Verputzter Bruchstein wechselt mit schönem Sandstein, besonders der zweistöckige Erker ist wundervoll. Heute kann man dort den Wein der Grafen von Kanitz geniessen.

Interessant ist ebenfalls der »Strunk«, ein alter Befestigungsturm von 1527, und das Leprosenhaus. Das Kunst- und Heimat Museum bietet vor allem eine reiche Sammlung von Skulpturen, darunter den beeindruckenden Kopf Johannes des Täufers.

Oberhalb des Städtchens, 176 m über dem Rhein, steht die Burgruine Nollig. Sie entstand als nordwestlicher Eckpfeiler der Stadtbefestigung um das Jahr 1300 als Fachwerkturm, der den Übergang in kurpfälzisches Gebiet absicherte. Das Fachwerk wurde außen bald mit Bruchstein ummauert und mit einer Schildmauer mit zwei Rundtürmen verstärkt. Im 20. Jahrhundert erfolgte der Umbau zum Wohnhaus. Weiter im Hinterland beim Ort Sauerthal liegen die Burgruinen Waldeck und Sauerburg, der Stammsitz der Grafen von Sickingen. Franz von Sickingen (1481–1521), streitbare Figur der Reformation, stammt von dieser Burg, die allerdings heute nicht mehr besichtigt werden kann.

Von Lorchhausen führte das »Rheingauer Gebück«, ein dichter Schutzwall aus Gestrüpp und Dornen, über Schlangenbad nach Niederwalluf wieder zum Flussufer.

 

(Textfassung aus »Der romantische Rhein« von Thomas Krämer, ©Rhein-Mosel-Verlag)

 
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